Was heißt Qualität beim Home Staging?

Auf die Frage, ob Home Staging wirkt, sagen wir immer: Ja, es wirkt. Bei jeder Immobilie. Aber nur, wenn es fachgerecht und in ausreichender Qualität durchgeführt wird. (Es gibt noch eine andere Voraussetzung, dass Home Staging wirken kann: ein angemessener Angebotspreis der Immobilie. Aber darum soll es heute nicht gehen.)

Also ein Qualitäts-Home Staging muss es sein, damit es wirkt.

Aber was heißt denn eigentlich Qualität beim Home Staging? Wann ist ein Home Staging qualitativ hochwertig?

Zu einem fachlich korrekten Home Staging gehört die Beachtung mehrerer Grundregeln:

Regel Nummer 1 (und wichtigste Regel): Es darf nichts gemacht werden, was die Wertigkeit einer Immobilie verringert.

Oder anders gesagt: Das Home Staging muss sich am Preisniveau der Immobilie sowie an der Zielgruppe orientieren, vor allem, was die Auswahl der eingesetzten Möbel und Einrichtungsgegenstände betrifft. Ein Kaufwunsch kann beim Interessenten nur dann entstehen, wenn das Gesamtbild für ihn stimmig ist und die Einrichtung und Präsentation der Immobilie ihren Wert auch widerspiegelt. Das heißt konkret zum Beispiel: Kartonmöbel können in bestimmten Fällen ok sein – aber sicher nicht in der sehr hochwertig ausgestatteten Eigentumswohnung für das zahlungskräftige Publikum oder der Millionen-Villa am See. In der eher einfachen Starter-Wohnung dürfen hingegen schonmal einzelne Stücke aus Karton oder aus der günstigen Serie vom schwedischen Möbelhaus sein.

 

Regel Nummer 2: Das Home Staging basiert immer auf einem Gestaltungs- und Farbkonzept, das durchgängig und ohne Abweichungen in der ganzen Immobilie umgesetzt wird.

Ein durchgängiges Gestaltungskonzept führt dazu, dass die Räume einer Immobilie als zusammengehörig wahrgenommen werden – mit harmonischen Übergängen zwischen den Räumen, ohne optische Brüche und gestalterische Widersprüche. Das lässt die gesamte Immobilie wertiger wirken und führt zu einem durchgehend positiven Besichtigungserlebnis. Ansonsten gibt es in Wohnungen und Häusern ja oft böse Überraschungen: Da geht man durch drei Räume, die alle schön aussehen, dann macht man die Tür zum Esszimmer auf und erschrickt geradezu über den giftgrünen Wandanstrich. Solche einzelnen Gestaltungselemente können den gesamten Eindruck einer Immobilie verderben.

Und genau das wollen wir beim Home Staging vermeiden: Dass einzelne Aspekte, die dem Interessenten halt gerade nicht gefallen, die Gesamtwahrnehmung des Hauses oder der Wohnung trüben.

 

Regel Nummer 3: Es werden immer alle Räume einer Immobilie gestaged.

Ein Qualitäts- Home Staging umfasst immer das Staging aller Räume. Wirklich aller. Auch Abstellkammer und WC, auch Durchgangszimmer, Flure, Windfang und die Außenräume wie Balkon oder Terrasse. Alle Wohnräume werden in das Gestaltungskonzept mit einbezogen und für alle Räume wird eine mögliche Nutzung gezeigt. Nur Räume, die auch genutzt werden können, werden vom Interessenten als wertvoll wahrgenommen. Nur Räume, die sich in das Gestaltungskonzept einfügen, werden als passend und stimmig wahrgenommen.

Wenn der Interessent bei der Besichtigung nach drei toll eingerichteten Räumen plötzlich in einem leeren Zimmern steht, erlebt er einen starken Abfall in der Wohnlichkeit, Ästhetik und Präsentation der Räume. Das ist so, als würde man bei einem Film den Spannungsbogen jäh unterbrechen.

Räume nicht zu stagen heißt den erlebten Wert eines Hauses oder einer Wohnung zu senken – und damit Geld zu verschenken!

 

Regel Nummer 4: Home Staging ist nicht das einfache Dekorieren einer Immobilie, sondern umfasst Aspekte der Verkaufspsychologie.

Zu einem gut wirksamen Home Staging gehört mehr, als ein Haus oder eine Wohnung ansprechend einzurichten. Es geht im Home Staging – anders als bei der Arbeit von Innenarchitekten oder Einrichtern – auch darum, Wissen aus der Verkaufs- und Wahrnehmungspsychologie in die Gestaltung mit einfließen zu lassen. Durch verschiedene gestalterische Techniken wird dafür gesorgt, den Blick des Interessenten auf alle wichtigen Aspekte des Raumes zu lenken, Raumvorzüge sichtbar zu machen, eine gute Wegführung zu bieten und so weiter. Daher beachtet ein guter Home Stager – neben der stimmigen Gestaltung, dem passenden Farbkonzept und der zielgruppengerechten Möblierung – auch Aspekte wie zum Beispiel : Fokuspunkte, Sichtachsen, Wegeführung, Einbeziehung architektonischer Besonderheiten, Balance der Möblierung im Raum oder Reizdichte. Und das alles immer mit dem Fokus auf die Kaufentscheidung beim Interessenten.

 

Wir werden immer wieder einmal gefragt, ob man Home Staging nicht auch in einer Spar-Variante anbieten könnte. Das kann man aus unserer Sicht aber nicht. Denn vor allem die wertangemessene Möblierung und das Staging aller Räume schlagen sich bei einem Qualitäts- Home Staging einfach im Preis nieder. Aber auch eine ausreichende Reizdichte (und damit Möbel- und Dekodichte) lässt sich mit einem Sparangebot nicht umsetzen.

Das Schöne bei unserer Dienstleistung ist aber: Home Staging finanziert sich quasi von selbst. Denn die Investition für das Home Staging kommt oft mehrfach beim Verkauf der Immobilie wieder herein.

Das hat zwei Gründe: Zum einen, weil ein sehr schneller Verkauf in der Regel auch ein Verkauf zum besten Preis ist. Ein Makler, der Home Staging seit Jahren sehr erfolgreich einsetzt und der Immobilien in der Regel damit innerhalb von 10 bis 14 Tagen verkauft, hat letzte Woche auf einer Veranstaltung den schönen Satz gesagt: „…. oder kennen Sie eine Immobilie, die umso teurer wird, je länger sie auf einen Käufer wartet und reift? Das ist nicht wie beim Käse oder Wein“. (Andreas Kischkel)

Zum anderen, weil mit Home Staging (bei fachgerechter Einpreisung) nicht mehr groß verhandelt wird. Barb Schwarz, die Erfinderin des Home Stagings, sagt in dem Zusammenhang: Der Preis für ein gutes Home Staging ist immer geringer, als der niedrigste Preisabschlag, der vom Interessenten normalerweise gefordert wird.

Die Preisspanne, die normalerweise für ein vollständiges Home Staging einer leeren Immobilie genannt wird, nämlich etwa 2 % des Kaufpreises (bei sehr günstigen eher 3 %, bei teuren Immobilien eher 1%)  ist daher realistisch, wenn der Home Stager gemäß der oben genannten Regeln, und damit mit einem bestimmten Qualitätsanspruch arbeitet.

 

Ein Qualitäts-Home Staging umfasst also:

  • eine wertangemessene Möbelauswahl
  • ein durchgängiges Gestaltungs- und Farbkonzept
  • ein Staging aller Räume
  • die Beachtung verkaufspsychologischer Kriteirien

Nur dann wirkt das Home Staging einer Immobilie zuverlässig. Nur dann kann der Verkäufer damit rechnen, dass sich das Home Staging der Immobilie für ihn finanziell am Ende lohnt.

Dann auch beim Home Staging gilt der alte Spruch: Billig ist oft teuer.

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